Endlos

Diesem Gedicht oder diesen Gedanken noch etwas hinzuzufügen erübrigt sich fast schon. Es war ein sehr schönes und erholsames Wochenende in Heringsdorf auf Usedom…
 

Endlos scheint die Weite des Meeres
und ebenso vollkommen ist das uns begleitende Verständnis
in das Schweigen des Anderen gebettet.
So ziehen wir gemeinsam
einsame Spuren in den gerade antrocknenden hellbraunen Sand,
stets begleitet vom hungrigen Kreischen der Möwen
und dem eisigen Wind von der See.
Wolkenverhangen und eisgrau verdeckt des Himmels Azur,
nur leicht durchbrochen
vom matten schwachen Licht der blaßgelben Sonne.
Den schäumenden Kronen entsogen
scheint das salzige Meer auf unseren Lippen,
verdunstet schon ansinnend
die innigst ersehnte Labung Deiner,
beschwingte Wellen ins Blut gestoßen,
verträumt und in bonbonfarbenes Rosa erglommen,
Blasen verschlagen
und in Deinen Augen reflektiert
der einst entfachte Wahnsinn unser
sich unbegrenzt und scheinbar endlos!

Berlin, 31.03.2006

Erklommen frisch den jüngsten Hügel

Hier noch einmal etwas Altes, bevor dann ein aktuelles und aber auch ein paar ganz „olle Kamellen“ folgen werden: „Erklommen frisch den jüngsten Hügel“ ist ein Gedicht, das ich zum 90sten Geburtstag meiner lieben Großmutter geschrieben habe. Wenn ich mich recht entsinne, war das die letzte große Geburtstagsfeier im Garten ihres „Häuschens“.
      
    

Erklommen frisch den jüngsten Hügel hab ich,
süß schwelgend an der Last meiner
und der viel tiefer tragenden Gedanken,
Gedenken Deiner und Euch vieler
zieht es mich ach doch so nah hinweg,
von wo ich gekommen bin;
als nun doch endlich auch einmal zu rasten.
Ruhe erfinden
und tatsächlich auch daran zu glauben,
dieses neugeborene zu leben,
mitzuerleben und erleben lassen
in unser aller selbst,
weit neben der uns auferzwungenen Freizügigkeit,
intimst entzweit
in keinem Bewußtsein von Schuld
oder ähnlich nach Erklärung suchendem!
Jüngst entschält
hofft niemand als wir alle
auf unsere –
Deine Liebe!

Berlin, 21.06.2006

Verwunschene Träume

„Verwunschene Träume“ ist entstanden aus dem Wunsch meiner lieben Freunde Johanna und Bosko zu ihrer kirchlichen Trauung ein Gedicht von mir vorgetragen zu bekommen. Also ich war zu Tränen gerührt, konnte den Vortrag jedoch glücklicherweise beenden, bevor meine Worte von aufkommenden Emotionen geschluckt worden wären…
  
  

Verwunschene Träume
davongeschwemmt in der Klarheit Deiner Gestirne,
gewahr Ihrer, doch nicht meiner,
gefesselt von nicht wissen und sehen
entboren jüngst im allgemeinen Wohlergehen –
unser aller selbst.
Hinweggehaucht vielmals
und geringfühlend besonnen erstorben!
Zudem alsgleich vielleicht
und doch endschließlich
wiederum nicht zu leben bereit
entblitzt sie schließlich
aus nicht ungeahnter Nähe zu uns
hinforttragend unser Sehnen und Hoffen
und entglimmt,
ohnmächtig längst schon,
an der Sanftheit unserer Liebe!

Berlin, 16.08.2006