Meeresrauschen

Meeresrauschen, unglaublich
ruhig und sanft in Anbetracht der Macht
dieses natürlichen Elements.

Der Rausch am Tag und in der Nacht
bis in den nächsten Tag hinein.
Und in die nächste Nacht.

Was ist Tag und wann Nacht?
Orientierungslos, ohnmächtig
und vollkommen blind! Vor Freude?

Und immer dieses ungeheure Rauschen.
Stilles Geschrei im Kreise der temporär
Stummen und Gehörlosen.

Dröhnendes, gewalttätiges Rauschen
des Tages und der Nacht,
des tags und des nachts.

Und immer mehr verschwimmt
das rettende Ufer am festen Land.
Verloren in dem gewaltigen Rausch.

Und nirgendwo eine Hand,
weil keine Gehörlosen da sind,
die die Schreie sehen könnten.

Kraftlos dahintreibend
im berauschenden Rauschen
dieses mächtigen Elements.

Und schließlich, fast ertrinkend
im Rausch der Gezeiten,
doch endlich anzufangen ans Ufer zu schwimmen.

Berlin, 10.03.2001

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