Ich liege

Ich liege
in einem Meer von weißem Sand
und schaue auf den unendlich weiten Ozean,
dessen türkisblau leuchtende Feuchtigkeit
und silbern glänzende Oberflächlichkeit
mich auf eine ganz widernatürliche Art anziehen
und ein noch niemals zuvor erlebtes Sehnen
nach dem strahlenden Gold tief unten,
weitab von dem bekannten, schwarzblauen Dunkel,
das das Augenlicht zu löschen scheint,
weckt.

Berlin, 26.03.1999

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Ein starrer, umherschweifender Blick

Ein starrer, umherschweifender Blick;
in die Ferne gerichtet,
wohin die Gedanken schweifen.
Der Blick ganz leer.
Tränen, von Sehnsucht getrieben,
benetzen die Wangen
– in Erinnerungen versunken.
Trauer, weil so allein,
vermischt mit Freude
auf’s nächste Wiedersehen.
Gefühle,
der Liebe Werk,
reißen den Liebenden zwischen
Freude
über die schönen Erinnerungen und
Sehnsucht
nach dem Partner
hin und her
– machen ihn verrückt!

Berlin, 1993

Meeresrauschen

Meeresrauschen, unglaublich
ruhig und sanft in Anbetracht der Macht
dieses natürlichen Elements.

Der Rausch am Tag und in der Nacht
bis in den nächsten Tag hinein.
Und in die nächste Nacht.

Was ist Tag und wann Nacht?
Orientierungslos, ohnmächtig
und vollkommen blind! Vor Freude?

Und immer dieses ungeheure Rauschen.
Stilles Geschrei im Kreise der temporär
Stummen und Gehörlosen.

Dröhnendes, gewalttätiges Rauschen
des Tages und der Nacht,
des tags und des nachts.

Und immer mehr verschwimmt
das rettende Ufer am festen Land.
Verloren in dem gewaltigen Rausch.

Und nirgendwo eine Hand,
weil keine Gehörlosen da sind,
die die Schreie sehen könnten.

Kraftlos dahintreibend
im berauschenden Rauschen
dieses mächtigen Elements.

Und schließlich, fast ertrinkend
im Rausch der Gezeiten,
doch endlich anzufangen ans Ufer zu schwimmen.

Berlin, 10.03.2001

wie Du bist

Liebe Liebenden…das sollten einige von Euch noch kennen, oder? Ich wünsche Euch jedenfalls allen einen wundervollen Valentinstag! Ich muss mich jetzt schnell um ein paar Blumen kümmern und stelle Euch noch schnell ein weiteres Gedicht vor…; ) 
    
     
  
Ich will Dich,
Will Dich, wie Du bist.
Und will Dich
Lassen, wie Du bist,
Denn ich
Lieb’ Dich, wie Du bist,
Weil Du für mich,
So, wie Du bist,
Glaub’ ich,
Das Allerbeste bist!

Berlin, 20.09.1994

Verirrt

Verirrte Blicke, verirrte Gedanken, weitblickendes Denken durch die Irrungen eines ganz normalen Tages. Lebe Liebe!!! P.S.: Montag ist Valentinstag! Nicht vergessen, Blumen pflücken zu gehen…
    
   

Verirrt hat abermals
mein Blick sich
im Wipfel der Eiche
vor meinem Fenster.

Vollkommen reglos
sitze ich am Tisch;
gestützt auf die Ellen,
den Kopf in den Händen.

Den starren Blick
umhüllt absolute Stille;
auch nicht gebrochen
vom Wimpernschlag.

So suche ich Dich
schon den ganzen Tag,
wie auch gestern
und seit Wochen schon.

Ich suche und suche,
was auch immer ich tue;
es sucht Dich mein Blick,
mein Herz, keine Ruhe.

Ich suche nach Dir,
als wärst Du erlegen
dem gleichen Sehnen,
wie ich nach Dir.

Und so hoffe ich
Dich aufzufinden,
mich überall suchend;
sehnsüchtig getrieben.

Und Dir schließlich
gegenüber zu stehen
und mir meine Hände
an Dir zu verbrennen.

In dem Glanz Deiner Augen
unser Glück zu entdecken,
es im Herzen zu spüren
und Dich zärtlich zu küssen.

Berlin, 08.09.2003

Zauber der Natur

Diesen „Zauber der Natur“ erfahren zu dürfen, ist wohl das wunderbarste, was uns widerfahren kann. Auch, wenn es mal nicht erwidert werden sollte… 
     
    
In Deine wunderschönen,
ruhevollen Augen schauen zu dürfen,
deren strahlender Glanz
die Sonne in meinem Herzen aufgehen läßt,
es erwärmt und die dort vorhandenen,
teils schlummernden Gefühle
nährt und wuchern läßt,
bis es vollkommen entbrannt
und von sehnsüchtigem Verlangen nach Dir erfüllt ist,
ist ein mit Nichts aufwiegbares Geschenk;
ein Wunder,
Zauber der Natur.

Berlin, 27.05.1998

Stille

Kannst auch du sie fühlen und riechen? Des Herbstes Stille, wenn der Wind nicht bläst und ein Blatt zu Boden taumelt? Wenn nicht, dann halt kurz inne und lausche in die „Stille“!
  
  
Nach grenzenlos lieblosem Liebesleben
die Lust zum Leben frisch aufgedeckt,
der wilden Tänze früher Morgenstunden
wohl noch rechtzeitig die Töne entnommen
und erfüllt an ihrer statt sie still
und zu Hause schlafend eingekehrt.

Berlin, 25.09.2008

Endlos

Diesem Gedicht oder diesen Gedanken noch etwas hinzuzufügen erübrigt sich fast schon. Es war ein sehr schönes und erholsames Wochenende in Heringsdorf auf Usedom…
 

Endlos scheint die Weite des Meeres
und ebenso vollkommen ist das uns begleitende Verständnis
in das Schweigen des Anderen gebettet.
So ziehen wir gemeinsam
einsame Spuren in den gerade antrocknenden hellbraunen Sand,
stets begleitet vom hungrigen Kreischen der Möwen
und dem eisigen Wind von der See.
Wolkenverhangen und eisgrau verdeckt des Himmels Azur,
nur leicht durchbrochen
vom matten schwachen Licht der blaßgelben Sonne.
Den schäumenden Kronen entsogen
scheint das salzige Meer auf unseren Lippen,
verdunstet schon ansinnend
die innigst ersehnte Labung Deiner,
beschwingte Wellen ins Blut gestoßen,
verträumt und in bonbonfarbenes Rosa erglommen,
Blasen verschlagen
und in Deinen Augen reflektiert
der einst entfachte Wahnsinn unser
sich unbegrenzt und scheinbar endlos!

Berlin, 31.03.2006